Unsere Ziele

Unsere Ziele

Verfügbarkeit der Publikationen unabhängig von finanziellen Verhältnissen

Wir möchten, dass jede*r unabhängig davon, wie viel Geld eine Person zur Verfügung hat, Zugang zu unseren Publikationen haben kann. Deshalb wollen wir unsere Publikationen digital wie auch in gedruckter Form möglichst zugänglich gestalten. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, die Geldbeschaffung für unsere Publikationen (denn leider haben wir natürlich einiges an Produktionskosten, insbesondere für die gedruckte Ausgabe) von der Verteilung der Publikationen zu entkoppeln. D. h. wir verschenken unsere Publikationen und kümmern uns anderweitig um die Geldbeschaffung. Dabei hoffen wir darauf, dass uns möglichst viele Menschen mithilfe von Spenden unterstützen.

Das Schaffen einer offenen und hierarchie-/barrierearmen Plattform zum Verlegen von Publikationen

Wir möchten gerne eine Plattform bilden, die Menschen zusammenbringt, die Interesse daran haben Publikationen zu verlegen. Dabei können wir gemeinsame Verbreitungsstrukturen aufbauen. Wir können ein gemeinsames Jahresprogramm herausgeben, eine gemeinsame Webseite betreiben, praktische Kontaktdaten austauschen und Aufgaben, die immer wieder gleich anfallen, bündeln. Außerdem können wir unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen zusammenbringen, die sich für die Erstellung eines Werks wunderbar kombinieren lassen und wir können unsere Fähigkeiten dann auch miteinander teilen und voneinander lernen. Mithilfe einer guten Dokumentation von Arbeitsabläufen und von regelmäßigen Workshops zu Fähigkeiten, die im Rahmen einer publizistischen Tätigkeit allgemein von Bedeutung sind, können wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen.

Wir sind uns allerdings der Gefahren bewusst, die eine Organisierung von Menschen mit sich bringen kann. Wir wollen weder, dass das Verlagskollektiv zum bürokratischen sozialistischen Monstrum wird noch dass wir nach den Prinzipien eines kapitalistischen Verlags arbeiten. Deshalb stellen wir uns das Verlagskollektiv als Plattform und als Netzwerk vor, in dem die einzelnen Individuen möglichst autonom bleiben und (Arbeits-)Gruppen eine überschaubare Größe behalten. Es soll lediglich einen Grundkonsens über einige Prinzipien geben, wie der Ablehnung von Herrschaft und des Vertretens einer libertären/anarchistischen Einstellung, das Ablehnen jeder Form von Diskriminierung und eine antikapitalistische Überzeugung.

Menschen müssen sich weder bewerben noch sich zur Leistung von einer festen Stundenzahl oder ähnlichem verpflichten. Die Verlagsarbeit soll überwiegend in Projektform stattfinden. Am häufigsten werden das Buchprojekte sein, für die Menschen sich zusammenfinden, um dann gemeinsam an der Realisierung dieses Buchprojekts zu arbeiten und die die Strukturen des Verlags genauso weit nutzen können wie sie es möchten.

Honorare für alle Beteiligten zur Ermöglichung von mehr Zeit für Unfug

Da wir blöderweise im Kapitalismus leben, ist es uns wichtig, auch dafür zu sorgen, dass Beteiligte an einer Publikation ein Honorar bekommen. Hintergrund ist der, dass Menschen sich meist einen Lebensunterhalt erarbeiten müssen (egal ob illegalisiert oder legalisiert). Diese Arbeit nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und ist meist furchtbar anstrengend, sodass häufig wenig Energie bleibt, um gegen Herrschaft und all diese Kackscheiße zu revoltieren. Deshalb möchten wir Honorare für die Beteiligten an einem Buchprojekt ermöglichen, damit sie die Zeit haben sich ihrer Publikation (und sonstigen aufständischen Projekten) zu widmen. Dabei sollen Beteiligte an einer Publikation eine Honorarvorstellung äußern, die wir dann in unsere Spendenaufrufe mit aufnehmen. Wenn mehr als die geäußerte Honorarvorstellung gespendet wird, soll der Überschuss an Beteiligte an anderen Buchprojekten gehen, die nicht genug Spenden für Honorare sammeln konnten. Uns ist wichtig, dass weder ein Leistungsgedanke im Vordergrund steht, noch dass irgendwer Gewinne erzielen kann, sich also niemand an einer Publikation bereichern kann. D. h. nicht die Nachfrage bestimmt das Honorar, sondern der selbst eingeschätzte Bedarf an Lebensunterhalt, den mensch für diese Publikation gerne hätte.

Jedoch steht für uns im Vordergrund, dass die Publikationen erscheinen können. Spendengelder sollen also erst zur Finanzierung von Druckkosten verwendet werden und erst im zweiten Schritt sollen Honorare daraus generiert werden. Es kann also sein, dass nicht genug Honorare zusammenkommen. Das versuchen wir dadurch aufzufangen, dass Überschüsse aus anderen Buchprojekten an solche Buchprojekte weitergegeben werden, die weniger Spenden bekommen haben. Es kann also sein, dass nicht genug für Honorare zusammenkommt. Wir können und wollen keine Institution sein, die einen Lebensunterhalt garantiert oder ermöglicht. Es geht uns in erster Linie um das Publizieren von Texten. Jedoch wollen wir wenn möglich den (Lohn-)Arbeitszwang lindern. Am liebsten würden wir natürlich gerne allen genau das auszahlen, was sie gerne hätten, ach, am liebsten hätten wir gerne eine anarchistische Gesellschaft ohne Tauschgedanken, in der es keinen Arbeitszwang mehr gibt und natürlich auch kein Geld. Aber da das leider nicht so ist und wir sicher nie im Geld schwimmen werden, sehen wir nur so gewährleistet, dass die Publikationen nicht zum Zweck der Sicherung des Lebensunterhalts gestaltet werden, sondern aus der Lust daran etwas, das einer*m am Herzen liegt, zu veröffentlichen, und natürlich dass wir nicht sofort pleite sind.